Viomels 04 2010 de


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Geschichte

Siamesen

Die Siamkatze zählt zu den ältesten bekannten Rassekatzen überhaupt. Erste Hinweise datieren bereits aus dem 14. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Wie der Name erahnen lässt, stammt die Rasse aus dem alten Siam, dem heutigen Thailand, wo sie ein wertvolles, geschätztes Tier der Oberschicht war.


Nach Europa gelangten diese Katzen relativ spät. 1871 kamen erste Exemplare der blauäugigen Schönheiten nach England und sorgten dort für großes Aufsehen. Ab etwa 1890 wurden die Siamesen in unseren Breitengraden gezüchtet. Anfangs gedieh die Zucht sehr schlecht, weil man die Katzen falsch hielt und ernährte. Man fütterte sie mit Milch eingeweichtem Brot und sperrte sie in eine Art gläsernes Gewächshaus wie exotische Pflanzen. Viele Tiere wurden krank und starben. Nur langsam setzte sich die Erkenntnis durch, dass auch Siamkatzen fleischhaltiges Futter und frische Luft brauchen.


Aus dieser Zeit stammt auch die sich hartnäckig haltende Geschichte von der "rundköpfigen, alten Original Siam". Die ersten importierten Siamkatzen reiner Rasse waren zu keiner Zeit rundköpfig und plump, sie waren von ihrem Ursprung her schon immer Schlankformkatzen. Durch falsche Haltung im englischen Klima waren die ersten Zuchtergebnisse enttäuschend. Deshalb hatte man sehr schnell begonnen, Hauskatzen mit Siam zu kreuzen, um die Tiere stabiler und klimaangepasster zu machen.

So erklärt sich, dass 1895, drei Jahre nach Erstellung des allerersten englischen Siamstandards, bereits zwischen einem rundköpfigen und einem gestreckten, langköpfigen Typ (marten face=Mardergesicht) unterschieden wurde. Wo, wenn nicht von der importierten Schlankformkatze, konnte das Mardergesicht hergekommen sein?!

Von den britischen Hauskatzen jedenfalls nicht.


Der englische überarbeitete Rassestandard von 1902 hat mit dem heutigen Rassestandard überraschend viele Übereinstimmungen.


Die außergewöhnliche Maskenzeichnung der Siamesen beruht auf einer von vielen Mutationen im Erbfaktor der für die Farbstoffbildung im Haar verantwortlich ist. Dieser Farbstoff (Melanin) wird dann entweder in geringerer Menge oder biochemisch verändert im Haar abgelagert. Die Maskenzeichnung gehört zu den Albinogenen. Sie bewirken, dass weniger oder überhaupt kein Farbstoff im Haar gebildet wird. Es wird nur an den kühleren Körperregionen gebildet: im Gesicht, an der Ohrrückseite, am Schwanz und an den Pfoten und etwas entlang der Beine. Siamkatzen werden weiß geboren; erst wenn die Körperteile der kühleren Umgebungstemperatur ausgesetzt sind, bildet sich das Pigment und wird in die neuen Haare eingelagert. Die blauen Augen sind ein Resultat des mit dem Albinofaktor einhergehenden Pigmentmangels. Wann und wo diese Mutation entstanden ist, ist wissenschaftlich nicht geklärt.




Katzen leben nicht mit dir, sie verweilen bei dir.
(Pam Brown)


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